Das Valle Divedro ist seit jeher ein strategischer Korridor zwischen Italien und der Schweiz, durchquert von der historischen Simplonroute und beherrscht von den Bergen der Alpe Veglia.
Seit der Bronzezeit besiedelt
Das Gebiet des Valle Divedro war bereits zwischen 2000 und 1500 v. Chr. besiedelt und erlebte in den folgenden Jahrhunderten den Wechsel verschiedener Bevölkerungsgruppen, darunter Ligurer, Kelten und Lepontier. Da es an der Simplonroute lag, war das Tal jahrhundertelang ein wichtiger Rast- und Erholungsort für die zahlreichen Reisenden und Händler, die den Pass überquerten.
Varzo und seine dreiundfünfzig Ortsteile
Der Hauptort des Tals ist Varzo, das seinerseits aus dreiundfünfzig Ortsteilen besteht, eingebettet zwischen steilen Schluchten und schwindelerregenden Felswänden. Von Varzo führt der Weg hinauf nach San Domenico und zur Alpe Veglia, dem ersten von der Region Piemont eingerichteten Naturpark, der 1978 auf 1750 Metern Höhe auf der italienischen Seite gegründet wurde.
Der Tunnel, der die Geschichte der Alpenverbindungen veränderte
1898 begannen die Arbeiten am Eisenbahntunnel des Simplon, der 1905 mit der ersten Röhre und 1921 mit der zweiten fertiggestellt wurde. Der 1906 eröffnete Tunnel blieb 75 Jahre lang der längste Eisenbahntunnel der Welt – ein Rekord, der die strategische Bedeutung dieser Verbindung zwischen Italien und der Schweiz durch das Valle Divedro bezeugt.
Valle Divedro, zwischen Simplon und Alpe Veglia
Das Tal führt nach Trasquera und zur berühmten Teufelsbrücke. Für vertiefende Informationen zu Geschichte und Routen empfiehlt sich das Porträt des Valle Divedro auf visitOssola.
Beim Abstieg ins Tal bietet eine Verkostung der Weinberge des Val d’Ossola einen letzten Zwischenstopp.
Ein Korridor der Völker und Kulturen
Im Laufe der Jahrhunderte zogen Händler, Pilger und Soldaten auf dem Weg zum Simplon durch das Valle Divedro; dieses ständige Kommen und Gehen hinterließ noch heute sichtbare Spuren in der Architektur der kleinen Dörfer, die den Talboden säumen. Diese Geschichte des fortwährenden Durchzugs hat die Bewohner des Tals besonders an die Begegnung mit unterschiedlichen Kulturen gewöhnt – ein Merkmal, das noch heute bei einem Besuch von Varzo und seinen Ortsteilen spürbar ist.
San Domenico, das Tor zum oberen Tal
Von Varzo führt die Straße hinauf nach San Domenico, einem Ortsteil, der den direktesten Zugang zur Alpe Veglia darstellt: eine landschaftlich reizvolle Strecke, auf der sich der allmähliche Wandel der Landschaft aus nächster Nähe beobachten lässt, von den Laubwäldern im Talboden bis zu den hochgelegenen Wiesen.
Eine Grenzroute, die es zu entdecken gilt
Das Valle Divedro bietet mit seiner Geschichte als Durchgangsraum zwischen verschiedenen Völkern und Kulturen heute eine ideale Route für alle, die entdecken möchten, wie die Grenze zwischen Italien und der Schweiz seit jeher eher ein Treffpunkt als eine klare Trennlinie war, in einem Gebiet, in dem sich Sprachen und Traditionen im Laufe der Jahrhunderte vermischt haben.
Eine letzte Anmerkung: Wer das Valle Divedro mit aufmerksamen Augen durchquert, kann noch immer Spuren der verschiedenen Epochen erkennen, die es geprägt haben – von den ältesten Überresten bis zu den Infrastrukturen des 20. Jahrhunderts, die mit dem Simplontunnel verbunden sind.
Ein Alpenkorridor, seit jeher mehr Brücke als Grenze.
Brücke zwischen Völkern, seit jeher mehr Verbindung als Grenze.
Ein Korridor der Völker, seit jeher mehr Kreuzungspunkt als Grenze.
Eine letzte Überlegung zum Valle Divedro: Seit Jahrtausenden ein Durchgangskorridor zu sein, hat seine Bewohner besonders offen für die Begegnung mit unterschiedlichen Kulturen gemacht.
Eine Brücke zwischen Völkern, seit jeher mehr Verbindung als Grenze.
Ein Alpenkorridor, seit jeher mehr Brücke als Grenze.
Das Valle Divedro mit Alpe Veglia und Varzo zählt seit den Zeiten des Simplontunnels zu den wichtigsten Alpeneingängen in Richtung Schweiz und bietet Wanderern heute noch unberührte Hochgebirgslandschaften unweit des Talbodens.
Der Simplontunnel, der noch heute in Betrieb ist, bleibt eine strategische Verbindung zwischen Italien und der Schweiz durch die Alpen.