Arona ist eine der bedeutendsten Städte am piemontesischen Ufer des Lago Maggiore und eng mit der Familie Borromeo sowie einem ihrer berühmtesten Mitglieder verbunden: dem heiligen Karl Borromäus.
Die Rocca, in der der heilige Karl geboren wurde
Arona war eines der ersten Lehen der Borromäer am Lago Maggiore, und in der Rocca der Stadt wurde am 2. Oktober 1538 der heilige Karl Borromäus geboren. Die Festung mittelalterlichen Ursprungs wurde auf Befehl Napoleons Bonaparte teilweise zerstört: Heute überragen ihre Ruinen die Stadt und bieten einen weiten Blick auf den See und die umliegenden Berge.
Der Sancarlone, der Riese mit Blick auf den See
Auf dem Gipfel des Sacro Monte von Arona erhebt sich der Koloss des heiligen Karl Borromäus, bekannt als “Sancarlone”: eine 35 Meter hohe kolossale Statue, die zwischen 1624 und 1698 auf Wunsch von Kardinal Federico Borromeo nach einem Entwurf von Giovanni Battista Crespi geschaffen wurde. Die Besonderheit des Denkmals besteht darin, dass es von innen besichtigt werden kann: Eine Treppe führt durch den Sockel und den Körper der Statue bis zum Kopf des Heiligen, von dem aus man durch kleine Öffnungen, einschließlich der Augen, auf den See blicken kann.
Wer war der heilige Karl Borromäus?
Als Neffe von Papst Pius IV., der ihn bereits mit nur zweiundzwanzig Jahren zum Bischof und Kardinal ernannte, wurde der heilige Karl 1565 zum Erzbischof von Mailand gewählt. Er starb am 3. November 1584, wurde 1602 selig- und 1610 heiliggesprochen, nur sechsundzwanzig Jahre nach seinem Tod: ein Weg, der die enorme Volksverehrung bezeugt, die ihm bereits zu Lebzeiten entgegengebracht wurde.
Arona am Lago Maggiore
Arona liegt am piemontesischen Ufer des Sees, unweit von Stresa und den Borromäischen Inseln. Für weiterführende Informationen zur Geschichte und zu den Besuchszeiten des Sancarlone ist die offizielle Website des Denkmals die maßgebliche Anlaufstelle.
Von Arona aus kann man weiter ins Hinterland des Ossolatals fahren, mit seinen Weinbergen und Verkostungen.
Ein Hafen und eine Gemeinde mit fast 14.000 Einwohnern
Mit mehr als 13.600 Einwohnern ist Arona heute ein lebendiges Tourismus- und Dienstleistungszentrum, begünstigt durch seine Lage an der Simplonstraße sowie durch die Autobahn- und Bahnverbindungen nach Mailand. Es ist der größte Hafen am Lago Maggiore und der offizielle Sitz der Navigazione Lago Maggiore sowie ein wichtiger Knotenpunkt für den Straßen- und Schienenverkehr der Region. Seine Wirtschaft stützt sich auf mehrere Säulen: Tourismus, Handel, Maschinenbau und optische Industrie, piemontesisches Handwerk und Wassersport.
Von den Torriani zu den Borromäern
Arona war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt und Standort römischer Befestigungen. Im Mittelalter wurde es zunächst von den Torriani, dann von den Visconti beherrscht, bevor es in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts schließlich zur Herrschaft der Borromäer wurde. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde es zur freien Kommune und bot zahlreichen Mailändern Zuflucht, die vor der Herrschaft Barbarossas flohen: Aus eben dieser Zeit stammt der traditionelle Markt der Stadt, der noch heute zum Leben des Ortes gehört.
Eine Brücke zwischen zwei Seeufern
Dank der häufigen Schiffsverbindungen bildet Arona auch eine Brücke zum lombardischen Ufer des Lago Maggiore, insbesondere nach Angera und zu seiner Rocca: eine Verbindung, die zeigt, wie der See trotz der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Regionen die Gemeinschaften an seinen Ufern seit jeher mehr vereint als getrennt hat.
Eine Stadt, die mehr verdient als nur einen kurzen Halt auf dem Weg zu den Borromäischen Inseln.
Ein reiches kulturelles Erbe
Neben den bekanntesten Denkmälern bewahrt Arona ein Stadtbild mit zahlreichen historischen Palästen und weniger bekannten kleinen künstlerischen Zeugnissen, die jene belohnen, die sich Zeit für einen entspannten Spaziergang durch die Straßen des Zentrums nehmen – fernab der meistbegangenen Wege zum Sancarlone und zur Rocca.
Eine Stadt, die Besucher mit neugierigen Augen immer noch überraschen kann.
Eine Geschichte, die Kelch für Kelch weitergeht.
Geschichte, Glaube und Panorama in einer einzigen Stadt am See.